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Gegenüber
der Insel Procida, zwischen dem Kap des Castello di Baia, der Punta
del Poggio und dem See Miseno (oder Mare Morto, "Totes Meer"), bildet
Bacoli mit seinen Ortsteilen (Baia, Fusaro, Torregaveta und Miseno)
einen sicheren Anlegehafen für alle diejenigen, die eine Leidenschaft
für das Meer, die Fischerei und Geschichte haben. Die heutige Stadt
Bacoli ist das Ergebnis der urbanistischen Entwicklung in der zweiten
Hälfte des 20. Jh. Wenn Sie sich jedoch für eine Besichtigung entscheiden,
werden Sie verstehen, warum hier, zwischen den antiken Orten Baia
und Bauli in der Römerzeit Villen errichtet wurden, die man reich
mit Marmor und Mosaiken schmückte. Von diesen antiken Ansiedlungen
sind heute noch die sogenannte Tomba di Agrippina (Grab des Agrippina)
am Strand, sowie die Cento Caramelle (Centum Cellae) erhalten, ein
Gebäude, das sich auf der Höhe befindet, wo sich vermutlich einst
die Villa des Redners Hortensius erhob, der unter anderem ein Liebhaber
der Fischzucht gewesen war. Es gäbe aber noch Tausende weitere Zeugnisse
der römischen Vergangenheit, wenn man die Villen, die Säulengänge
und die Tempel wiederentdecken würde, die heute nur noch in unserer
Vorstellung vorhanden sind und unter dem durchsichtigen Wasser der
Bucht verborgen liegen. Das Gebiet erfuhr später einen Niedergang
und geriet bis ins 7. Jh. in Vergessenheit, als eine Kolonie von neapolitanischen
Juden den Ort wiederbelebte und ihre Wirtschaft auf der Fischerei,
dem Weinanbau und den Tuffstein- und Pozzolana-Steinbrüchen aufbaute.
Auch die Miesmuschelzucht hat hier eine alte Tradition. Schon seit
Mitte des 18. Jh. wurde der See Fusaro zur Zucht von Miesmuscheln
und Austern genutzt und, am Ende des Jahrhunderts, ließ Ferdinand
IV. von Bourbonen auf einer kleinen Insel von Carlo Vanvitelli für
die Fischerei und die Jagd einen Pavillon errichten, die Casina Reale,
die sich wie ein Märchenpalast auf dem See erhebt. Diese alte Tradition
hat auch in der Gastronomie ihre Spuren hinterlassen und es ist in
Bacoli sozusagen Pflicht, die Meeresfrüchtesuppe nach Art von Bacolo
zu probieren, die mit Venusmuscheln, Meerestrüffeln, Tellmuscheln
und Messerscheide zubereitet wird.
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