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Calasetta
ist ein kleines Dorf auf der Insel Sant'Antioco, die durch eine Landenge
und eine Brücke, die vermutlich von den Karthagern errichtet wurde,
mit dem Festland verbunden ist. Das Dorf hat eine einmalige Geschichte,
die nur mit der Geschichte von Carloforte auf der Insel San Pietro
vergleichbar ist. Wenn wir die prähistorischen Ansiedlungen und Befestigungsanlagen
(wie die Torre Spagnola (der spanische Turm) aus dem 17. Jh.) nicht
berücksichtigen, dann kann man für die Entstehung des heutigen Calasetta
ein ganz genaues Datum nennen: 1770. In jenem Jahr kamen achtundvierzig
ligurische Familien nach Sant'Antioco, die Carlo Emanuele, König der
Zwei Sardinien, darum ersuchten, einen Teil der Insel kolonisieren
zu dürfen. Die Familien kamen aus Tabarka, einer Insel vor der Küste
Tunesiens. Zu dieser ersten Gruppe kamen drei Jahre später circa fünfzig,
aus dem Piemont stammende Familien hinzu. Die ersten Jahre dieser
neugegründeten Gemeinde verliefen nicht leicht: Trockenheit, Krankheiten
und Streitigkeiten der beiden Gruppen beschwerten das Zusammenleben.
Später konnten die Rivalitäten zwischen den "Tabarkern" und den Piemontesen
gelöst werden: Die "Tabarker" widmeten sich fast ausschließlich der
Fischerei und die anderen der Landwirtschaft, besonders dem Weinbau.
Auch die Natur und die Landschaft des Ortes sind ungewöhnlich. In
der Umgebung von Calasetta kann man die Nuragen (Rassetto, Scarperino,
Acqua dolce, Bricchetto delle Piane) besichtigen, die domus de jana,
die natürlichen Grotten von Sisineddu, die Megalith-Bauten, die antiken
Öfen zur Verkalkung von Kalk. Des weiteren kann man an den vier Quellen
(s'acqua sa murta, s'acqua su estiu, l'egua duse, miggia) anhalten,
um ein wenig von dem frischen Wasser zu kosten. Am Meer können Sie
die sich abwechselnden Strände und Sandbuchten bewundern, die an einem
fischreichen Meer mit herrlichen Gründen liegen. Wenn Sie am sogenannten
Ferragosto (Mariä Himmelfahrt/ 15. August) nach Calasetta kommen,
können Sie außer den historischen Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten
auch noch ein gastronomisches und traditionelles Ereignis besuchen:
das Fischfest, bei dem der Besucher mit leckerem Fisch und ausgezeichneten
Weinen bewirtet wird, fast, als wollte man dadurch den Frieden zwischen
den Nachfahren der Tabarker-Fischer und den Piemontesen-Weinbauern
für immer heiligen.
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