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Auf
einem Felsvorsprung am Golf zwischen Posillipo und Miseno liegt Pozzuoli,
das wichtigste Zentrum der Phlegräischen Felder (Campi Flegrei), in
einer Landschaft in der die Antike und die Moderne, Kultur und Natur,
das Meer und die Vulkane zu einem bunten Bild zusammenschmelzen. Die
Stadt ist sowohl die Quintessenz, als auch die Hauptstadt der Phlegräischen
Felder. Es gibt unzählige vom Menschen geschaffene und auch von der
Natur kreierte Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. So zum Beispiel
die Wallfahrtskirche des heiligen Gennaro, die Schwefelquellen, das
Amphitheater Neroniano-Flavio, die Reste eines großen Thermalbads
(der Neptuntempel), die römische Nekropole, oder den Tempel des Serapeion.
Aber Pozzuoli ist schon seit ewig auch ein wichtiges Fischfangszentrum,
mit einer Eigenschaft, durch die der Ort sich von allen anderen italienischen
Städten unterscheidet. Normalerweise sind nämlich Fischer, die in
der gleichen Stadt und im gleichen Hafen leben und arbeiten, auch
durch die gleichen, aus Riten, Festen und Bräuchen bestehenden Traditionen
verbunden. In Pozzuoli gibt es hingegen zwei Gruppen von Fischern,
deren Traditionen sich stark voneinander unterscheiden: Die Fischer
des Netzes des hl. Antonius und jene des Netzes der Madonna dell'Assunta.
Wie man leicht verstehen wird, lehnen sich diese beiden Gruppen an
zwei Kirchen sowie an zwei Stadtteile an, die jeweils l'areto 'o russo
und l'abbascio 'o mare genannt werden. Das ist jedoch nicht der einzige
Unterschied. Die Fischer des Netzes des hl. Antonius fischen normalerweise
im Golf, wobei sie stets Leuchten zum Nachtfischfang verwenden, während
die Fischer des Netzes der Madonna dell'Assunta sich hauptsächlich
der Hochseefischerei widmen. Jede Gruppe besitzt natürlich auch ihre
eigenen Festlichkeiten. Der hl. Antonius wird am 13. Juni gefeiert,
wenn die Fischer die Statue des Heiligen auf einer Prozession durch
die Strassen der Stadt tragen, während das Fest der Madonna dell'Assunta
am 15. August abgehalten wird. Die Bewohner Pozzuolis verfolgen jedoch
die gleiche gastronomische Tradition und jedem schmecken die Linguine-Nudeln
mit Seeigeln, Pfefferschoten und Petersilie, die eines der typischsten
Gerichte ist.
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