Die Teilnahme an einem Urlaub des Fischer-Tourismus gibt Ihnen die Möglichkeit, einige der Fischfangmethoden kennen zu lernen, die in Italien am häufigsten eingesetzt werden. Es ist die Gelegenheit, etwas mehr Kenntnis vom Beruf des Fischers zu erhalten, worauf wir Sie mit einigen nützlichen Informationen über die verschiedenen Hilfsmittel vorbereiten wollen, die von den Kooperativen des Fischer-Tourismus benutzt werden, die Sie auf dieser Website finden.

In Kampanien, Ligurien, Sardinien, Sizilien, in der Emilia Romagna und im Latium können Sie an einem Fischfangzug mit "Kiemennetzen" teilnehmen, wobei es sich um Netze handelt, die ins Meer geworfen werden. Man wartet dann darauf, dass die Fische sich darin verfangen und gefangen werden. Diese Art Netze waren schon in der Antike bekannt und haben sich bis heute kaum verändert. Die bekanntsten Netze sind:

Das Dreiwandnetz "Tremaglio", ist ein ganz spezielles Netz, das auf den Grund herabgelassen wird, um edle Fischarten wie z. B. Langusten zu fischen. Es besteht aus drei Netzen mit verschieden großen Maschen. Wenn der Fisch in das Netz hineinschwimmt, kann er leicht das erste Netz mit den größeren Maschen überwinden, bleibt dann aber im zweiten Netz gefangen und hat im dritten Netz keine Möglichkeit mehr, aus dem Netz zu entkommen.

Das "kleine Treibnetz" besteht hingegen aus einem einzigen Netz mit unterschiedlich großen Maschen, je nach der Fischart, die gefangen werden soll. Der Fisch bleibt mit dem Kopf im Netz hängen und kann sich nicht mehr befreien.

Die "Reusen", die Sie in Kampanien und im Latium antreffen können, sind hingegen kleine Fallen aus Korbgeflecht oder auf Holz und Eisen montierte Netze, in denen sich je nach Art der Fische, die gefangen werden sollen, verschiedene Köder befinden. Sie werden auch als "bewegliche Fallen" bezeichnet, da sie jedes Mal an Bord gezogen werden, wenn der gefangene Fisch herausgenommen werden soll. Danach werden sie für einen neuen Fang wieder über Bord geworfen. Sie besitzen eine trichterförmige Öffnung, in die der Fisch, der vom Köder angelockt wird, hineinschwimmt und somit in die Falle gerät.

Die "Langleine", die hier auch "PALAMITO" oder "COFFA" genannt wird, verwendet Haken mit natürlichen oder künstlichen Ködern, die die Fische durch Licht oder ihren Geruch anlocken. An einer langen Leine werden in regelmäßigen Abständen zahlreiche Haken angebracht, die dann bis fast bis auf den Grund (z.B. beim Kabeljau) auf halbe Tiefe oder nahe der Oberfläche (wie bei den Thunfischen) herabgesenkt werden, je nach dem, welche Fischart gefischt werden soll. Diese Technik des Fischens können Sie in Ligurien und in Kampanien ausprobieren.

Das "Beutelnetz " ist ein Netz, das an der Oberfläche angewendet wird. Seine besondere Eigenschaft ist es, dass es sehr groß ist und am oberen Teil mit Kork und Schwimmern und im unteren Teil mit Blei begrenzt wird. Ist ein Fischschwarm gesichtet worden, wird dieser vom Boot umkreist, wobei das Netz herabgesenkt wird und das Boot eine ganze Umdrehung um den Fischschwarm ausführt. Die Bleileine wird dann zusammengezogen, so dass ein Beutel entsteht, der dann mit Fischen gefüllt an Bord geholt wird. Diese Fischfangtechnik kann mit den Kooperativen erleben, die in Ligurien und in Kampanien arbeiten.

In Kampanien können Sie in den Juli- und Augustnächten außerdem an einem ganz besonderen Fischfang teilnehmen, an der sogenannten "TOTANARA". Es handelt sich dabei um ein System mit einer Angelschnur, dessen Eigenschaft es ist, einen besonderen Haken zu haben, der ohne Köder benutzt wird. Der Kalmar wird nämlich durch die Bewegung des Hakens sowie durch die ins Wasser gelassenen Lampen angelockt. Die Angelschnüre werden ins Wasser herabgelassen und ständig vom Fischer kontrolliert. Sobald ein Fisch angebissen hat, wird er an Deck gezogen. Die Angelschnüre können sowohl in der Hand gehalten, als auch an einer Angel befestigt werden und entweder wird die Schnur nicht bewegt und der Fischer wartet darauf, das ein Fisch anbeißt, oder der Fischer bewegt oder zieht die Schnur, um die Fische zum Anbeißen zu verleiten.

Wenn Sie am Fang von Mies- oder Venusmuscheln teilnehmen wollen, empfehlen wir Ihnen, nach Goro in der Emila Romagna zu fahren. Sie können auch die Muschelzuchtanlagen besichtigen, oder am Muschelfang mit den sogenannten "Rastrelli" (Harken) in der Sacca von Goro teilnehmen. Es handelt sich hierbei um spezielle, mit Zacken versehende Geräte, die die auf dem Grund festsitzenden Muscheln zusammenharken und in einem Beutel sammeln, wobei der Sand und der Schlamm abgesondert werden. Diese Geräte können sowohl zu Fuß, als auch direkt vom Boot aus gezogen werden.

Falls Ihnen diese wenigen Informationen nicht ausreichen, um Ihre Neugier zu stillen und Sie gern weitere technische Details erfahren möchten, so finden Sie im Internet unter www.federcoopeca.it/iniziativa in der Sektion "Pescare" (Fischen) weitere detaillierte Informationen über die in Italien praktizierten Fischfangmethoden.